PIMCO: Die europäische Schuldenkrise
Andrew Bosomworth, Executive Vice President Portfoliomanager
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In einer aktuellen Marktanalyse bewertet Andrew Bosomworth, Executive Vice
President und Portfoliomanager bei PIMCO, die Möglichkeiten eines Ausweges
aus der europäischen Schuldenkrise:
Die Renditen der Staatsanleihen aus Europas fiskalisch unter Druck stehenden Ländern
steigen weiter. Statt sich von Budgetkürzungen und Hilfspaketen für Griechenland und
Irland besänftigen zu lassen, setzt sich die Kapitalflucht fort, die Märkte stufen
die Kreditrisiken als deutlich erhöht ein, die Europäische Zentralbank (EZB) hält
immer mehr Anleihen aus Griechenland, Irland und Portugal. Die Märkte fragen sich:
Wie können Länder, die große Schuldenüberhänge aufgebaut haben, die international
nicht mehr konkurrenzfähig sind und die eine gemeinsame Geldpolitik betreiben, aber
nur limitierte grenzüberschreitende Bewegungen von Arbeitskräften und Kapital aufweisen,
innerhalb eines Systems fixierter Wechselkurse wieder wettbewerbsfähig werden?
(...)
Der von Deutschland eingebrachte Vorschlag, nach Auslaufen des EFSF-Stabilitätsfonds
2013 einen Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) einzuführen, geht in die
richtige Richtung. Statt Deutschland zu kritisieren, weil es die Krise verschärfe,
sollte man es für seine Initiative, einen Schuldenrestrukturierungsmechanismus innerhalb
des ESM einzuführen, bei dem auch private Gläubiger die Last teilen, loben. Deutschland
hat gezeigt, dass es den Unterschied zwischen Liquiditäts- und Solvenzproblemen
versteht. Wir denken, dass der ESM sogar schon früher eingeführt werden sollte:
Angesichts der geringen Wahrscheinlichkeit, dass die Peripherieländer genügend
Wachstum generieren, um ihre Verschuldung zu stabilisieren (wegen der mangelnden
politischen Flexibilität), könnte die Unsicherheit über den künftigen Wert der
Anleihen aus diesen Ländern dazu führen, dass die Zinsen in Spanien, Italien und
Belgien nicht fallen. Eine glaubwürdige Fiskalpolitik allein wird den Schuldenstand
nicht stabilisieren, zugleich müssen die Zinsen fallen. Italien ist weltweit der
drittgrößte Staatsanleihenmarkt. Europa kann es sich nicht leisten, dass solche
Länder den Zugang zu den Kapitalmärkten verlieren.
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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