20.03.2007
Commerzbank-Börsenbericht / Wochenausblick
Frankfurt (ots) - Nach der von der chinesischen Börse Ende Februar
ausgelösten Kurskorrektur konnten sich die internationalen
Aktienmärkte in der vorletzten Woche wieder erholen. In der
vergangenen Woche gaben die Aktienbörsen bei wieder anziehender
Umsatztätigkeit erneut nach. Der deutsche Leitindex Dax fiel
innerhalb von fünf Tagen um 2%, der europäische EuroStoxx50-Index
sogar um 2,6%. Amerikanische Standardtitel gaben im Wochenverlauf um
knapp 1,4% nach, allerdings war die Woche geprägt von hohen
Volatilitäten. Zu Beginn der letzten Woche gingen die Kurse recht
deutlich nach unten, nachdem Sorgen um das bonitätsschwache
Subprime-Segment des US-Hypothekenmarktes Investoren verunsicherten.
Bis Freitag holten amerikanische Aktien die Hälfte der Verluste
wieder auf, dennoch blieb ein Minus auf Wochenbasis.
Geprägt wurde das Bild an den Weltbörsen von der Angst vor einer
Krise am US-Immobilienmarkt. Anleger fürchteten (und fürchten immer
noch) steigende Zahlungsausfälle im Markt für nachrangige
Hypothekenkredite - und dadurch bedingt negative Effekte auf die
Konjunktur. Infolgedessen gerieten nicht nur US-Unternehmen des so
genannten "Subprime"-Segments unter Druck, auch europäische
Bankaktien bester Bonität wurden dadurch in Mitleidenschaft gezogen.
Nach einer kleinen Verschnaufpause - bedingt durch die kurzzeitige
Beruhigung an den Aktienmärkten weltweit - setzte sich der
Renditerückgang sowohl an den amerikanischen als auch an den
europäischen Rentenmärkten in den vergangenen Tagen fort. Gründe für
die Kapitalflucht in sichere Anlageformen wie US-Treasuries und
Bundesanleihen gab es genug: Die allgemeine Nervosität der
Investoren, die Schieflage einiger Hypothekenfinanzierer und die
damit verbundene prekäre Situation am US-Immobilienmarkt sowie die
Sorgen um ein mögliches Hard Landing der US-Wirtschaft.
In den USA mehren sich zwar die Anzeichen für ein Abflauen der
Konjunktur. Gegen ein Hard Landing oder gar eine Rezession, wie sie
der ehemalige Fed-Präsident Alan Greenspan für möglich, aber wenig
wahrscheinlich hält, spricht jedoch die grundsätzlich gute Verfassung
der Wirtschaft. Sowohl die Stimmungsindikatoren als auch der robuste
Zustand des Arbeits- und Wohnimmobilienmarktes sowie des
Dienstleistungssektors deuten auf eine weiterhin stabile
Konjunkturentwicklung hin. Lediglich die überraschend schwachen Daten
zum Einzelhandelsumsatz enttäuschten den Markt zur Wochenmitte
kurzzeitig. Die am Freitag veröffentlichten Verbraucherpreise für
Februar hingegen unterstrichen den anhaltenden Preisdruck. Die
Veränderung der Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) gegenüber
dem Vorjahr liegt mit 2,7% nach wie vor über der Komfortrate der Fed.
Die Daten unterstreichen, dass die von der Fed seit längerem
erwartete Abschwächung des Preisdrucks noch nicht "im Kasten" ist.
Zinssenkungen stehen daher zunächst unverändert nicht auf der Agenda,
so lange eine Krise im Finanzsystem ausbleibt und die US-Wirtschaft
nicht in eine Rezession abzurutschen droht.
Die Notenbank kann sich noch immer nicht darauf verlassen, dass
die Teuerung im erwarteten Umfang nachlässt. Wir rechnen erst Anfang
2008 mit einer Lockerung der Geldpolitik. Für die anstehende Sitzung
des geldpolitischen Rates der US-Notenbank am kommenden Dienstag ist
somit keine Zinsmaßnahme zu erwarten.
Der Markt dürfte sich wieder auf das anschließende Statement
konzentrieren. Interessant wird hier vor allem die aktuelle
Konjunktureinschätzung der Fed-Verantwortlichen sein, von der sich
Marktteilnehmer Hinweise auf die weitere Vorgehensweise erhoffen.
Die nervöse Stimmung dürfte auch in den kommenden Tagen anhalten
und den Rentenmärkten weiter Auftrieb geben. Störfeuer von Seiten der
Konjunkturindikatoren sind eher nicht zu erwarten, richtungsweisende
Daten sind rar. Lediglich die Daten zum US-Wohnungsbaumarkt dürften
angesichts der aktuellen Situation auf dem Immobilienmarkt die Märkte
bewegen: Enttäuschen die Daten, so wird dies die Flucht in Qualität
und damit den Renditerückgang an den Rentenmärkten weiter verstärken.
Insgesamt erwarten wir für die laufende Handelswoche weiterhin eine
freundliche Tendenz an den Rentenmärkten.
Auf Unternehmensseite stehen derzeit nur vereinzelt
Veröffentlichungen von Quartalsergebnissen an, die meisten
Unternehmen haben über das Abschlussquartal 2006 bereits berichtet.
Interessanter wird es dann wieder ab dem 10. April - an diesem Termin
startet Alcoa als traditionell erstes Unternehmen in die
Berichtssaison zum dann abgelaufenen ersten Quartal 2007.
Fazit: Obwohl die guten bis sehr guten mittelfristigen Daten ganz
klar gegen einen länger anhaltenden Bärenmarkt sprechen, werden sie
momentan kaum registriert. Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen
sowie überzeugende Unternehmensergebnisse verlieren derzeit an
Gewicht, weil Ängste vor einer - unwahrscheinlichen - Rezession in
den USA dominieren. Sollten kurzfristig keine weiteren Störfeuer
seitens des US-Immobilensektors aufflammen, dürfte die Risikoneigung
der Anleger wieder deutlich zulegen und somit vermehrt in Aktien
investiert werden.
Mittelfristig überwiegen in unserem Szenario die Chancen deutlich
die Risiken, kurzfristig ist jedoch weiter von einer anhaltenden
Nervosität und somit von erhöhter Volatilität auszugehen.
Privatanlegern wird die Aktie von siemens empfohlen.
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Anzahl der Aktien-Empfehlungen des "Zentralen Geschäftsfelds Privat-
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Anzahl der Anleihe-Empfehlungen des "Zentralen Geschäftsfelds Privat-
und Geschäftskunden" der Commerzbank (ZPK) im 4. Quartal 2006
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